Mein Blog und die Sozialen Medien

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Nun blogge ich schon seit einigen Wochen wieder – weitestgehend im Stillen. Mir tut das gut und ich freue mich, dass sich bei mir hier auch langsam eine gewisse Routine einstellt. Daher nutze ich den heutigen Sonntag mal, um das alles etwas weiter zu „professionalisieren“. Mit anderen Worten: Zeit für ein paar Hausmeldungen.

Tracking hier im Blog

Keine Angst: Mit „Professionalisieren“ meine ich nicht, dass ich jetzt Werbung für Bartöl oder Granatapfelkern-Peeling mache. Ich meine damit eher so langweilige Dinge, wie hier endlich ein anständiges Impressum im Blog auftaucht. Außerdem habe ich mir Gedanken über das Tracking gemacht, also wie ich die Klickzahlen messe.

Statt mit Google Analytics meine Besucher in Geißelhaft der kalifornischen Datenkrake zu ziehen, habe ich mich für ein kostenpflichtiges WordPress-Plugin entschieden. Das bietet zwar weit weniger Funktionen und als Zahlen-Freak finde ich das etwas schade, anderseits bleiben die Daten auf meinem Server, sind anonym und dienen genau dem einen Zweck, wofür sie auch gedacht sind: Mir zu sagen, wieviel hier so los ist. Niemand muss nach Öffnen dieses Artikels also Angst haben, demnächst Werbung für Bartöl angezeigt zu bekommen. Außer vielleicht, man nutzt Google Chrome o.ä., aber das ist dann die Entscheidung des Besuchers.

Von den Sozialen Medien

Ein anderes Thema, das mich im Prinzip seit Monaten umtreibt, ist Twitter. Ich liebe Twitter! Ich habe früher anonym getwittert, schon seit 2009, wie ich etwas eitel hinzufügen möchte. Nachdem aber all die Trolle, Nazis und gekränkten, altem, weißen Männer Twitter für sich entdeckt haben, hat mir das meine Begeisterung sehr madig gemacht und ich habe meinen Account gelöscht. Seit einigen Monaten war ich dann wieder mit einem „Pöbel-Account“ etwas aktiver, so richtig glücklich bin ich damit aber nicht. Kurzum: Ich denke, ich zeige ab sofort Gesicht.

Für mich ist das alles Teil eines größeren Prozesses. Ich betrachte mich ja als Digital Native, der schon seit 1995 online ist. Der jugendlichen Begeisterung folgte eine Phase, in der ich auch beruflich als Online-Redakteur viel im Netz unterwegs war. Mit RAWstock hatte ich zwischenzeitlich sogar eine eigenes Stadtportal gebaut, in das ich viel Herzblut und Liebe gesteckt habe. Der große Durchbruch blieb zwar aus, aber ich hatte durchaus gute Besucher- und Wachstumszahlen.

Und den Asoziale Medien

Spätestens Mitte der 10er-Jahre aber folgte eine ziemliche Ernüchterung. Das, was ich bisher nur in den Nischen des Internets gesehen habe, drang in den Mainstream. Immer mehr Nazis und Wutbürger, sogenannte Konservative, Trolle und auch manch Social Justice Warrior haben angefangen, den Ton zu bestimmen. Das mochte ich nicht. Ich hatte zwar nie die große Reichweite, aber doch genug, um sichtbar und angreifbar zu sein. Und das geschah dann auch – mir fehlte damals etwas die Kraft und auch die Lust, weshalb ich in den sozialen Medien einen Schnitt gemacht und sie eher als Nachrichten- und Meinungsaggregator genutzt habe.

Einfach mal wieder was Twittern!

Das werde ich auch weiterhin so handhaben. Aber wenn ich etwas poste, dann künftig unter Klarnamen. Ich könnte jetzt mit großer Geste auf die Bedeutung hinweisen, dass der demokratische Diskurs von offenen Visieren lebt … aber ach: Das geht an der Wirklichkeit in den sozialen Medien vorbei. Und der demokratische Diskurs ist an dieser Stelle auch nicht mein Motiv. Ich justiere einfach meinen Modus Operandi neu. Und wer weiß: Vielleicht sehe ich das irgendwann alles wieder ganz anders. Das Netz ist für mich ein fluider Raum – war es schon immer und sollte es auch bleiben. Auch wenn Firmen, wie eben Google, alles daransetzen, dies zugunsten der Vermarktbarkeit von Daten zu ändern.

Whatever. Momentan habe ich Lust, meine Profile wieder zusammenzuführen. Dass die Welt darauf sicher nicht gewartet hat, macht die Sache sogar leichter. Ich blogge, weil es mir gerade Spaß macht – und weil es mir guttut. Ich freue mich, wenn es den ein oder anderen interessiert – und wenn nicht, nunja: Das Schöne am Älter werden ist, dass man sich selbst nicht mehr so wahnsinnig wichtig nimmt und vieles mit größerer Gelassenheit und längeren Atem betrachtet.

Und jetzt: Folgt mir auf Twitter, Facebook und Instagram! Husch!

Über den Autor

Thomas

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