Irgendwo ist Ja immer Corona

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Corona und kein Ende. Wie vielen kreist auch mir der Gedanke durch den Kopf: Was, wenn das nicht aufhört?! Was, wenn sich Corona zu einer Art Turbo-Grippe entwickelt, mit der wir Menschen künftig leben müssen?

Wie lange hält eine Gesellschaft im Lockdown zusammen? Wie lange kann sie funktionieren? Wirtschaftlich, vor allem aber sozial? Was passiert, wenn durch Mutationen o.ä. die Impfstoffe nicht mehr wirken bzw. regelmäßig angepasst und neu an ganze Bevölkerungen verimpft werden müssen?

Verändert Corona unser Leben wie einst HIV?

Mich erinnert die aktuelle Situation etwas an die Schreckensjahre der HIV-Pandemie. Die Art, wie wir miteinander Lieben, wurde durch diese Krankheit verändert. Nicht in dem Sinne, dass plötzlich alle Ideen von romantischer, wilder oder freier Liebe plötzlich über den Haufen geworfen wurden. HIV führte nicht zu einem völligen moralisch-konservativen Rollback in den Betten, aber doch wurden die Menschen wieder monogamer, vorsichtiger – und zeitweise leider auch stärker beladen mit Vorurteilen.

Corona zwingt uns, unser soziales Miteinander vorsichtiger zu gestalten. Es verschiebt die Zone der Vorsicht aus dem Bett auf die Straße – um es mal zugespitzt zu formulieren. Masken sind in dieser Metapher die Kondome und wie bei HIV hoffen wir auf eine medizinische Lösung, um unser Verhalten nicht zu sehr und zu lange anpassen zu müssen. Da hört der Vergleich dann aber auch schon auf: Immerhin haben wir zumindest wirksame Impfstoffe gegen Corona, die Möglichkeit einer medizinischen Lösung ist real.

CORONA – WAS ALLES DENKBAR IST

Aber sie ist nur eine Möglichkeit. Denkbar ist auch, dass wir lernen müssen, mit Corona zu leben. Dass wir No-Covid-Strategien fahren müssen. Dass wir immer wieder ganze Regionen abriegeln müssen, wo lokale Ausbrüche stattfinden. Dass die global ungleichmäßige Durchimpfung schaurige Mutanten fördert, die zu einem jahrelangen Impf-Mutanten-Katz-und-Maus-Spiel führen.

Oder: Dass wir ganz neue Formen von „Regierungstechniken“ etablieren müssen, ohne dabei die Demokratie zu verlieren. „Sendet mir Eure Geknechten, die frei zu atmen begehren“ – diese Inschrift auf der Freiheitsstatue könnte in diesen Tagen fast ohne jede Ironie auf einer Mao-Statue in Wuhan stehen.

Vielleicht ist auch der Ansatz, die Pandemie über Impfstoffe zu bekämpfen, grundfalsch? Vielleicht hätten wir alle unsere Ressourcen auf die Entwicklung von Therapiemethoden werfen müssen – sodass schwere Verläufe auch bei Risikopatienten zur absoluten Seltenheit werden. Und dann: Durchseuchung, staatlich geförderte Corona-Partys, Koks und Wumms für alle! Schöne Grüße von Olaf Scholz und seinen Banker-Buddies.

Demoskopie – der Freund des Virus

Aber ich schweife ab und werde albern. Worauf ich hinaus will: Was passiert, wenn Corona nicht einfach wieder verschwindet? Wenn es bleibt? Und wenn die Long-Covid-Folgen, über die momentan noch immer viel zu wenig gesprochen werden, sich mehr und mehr zu einer Volkskrankheit entwickeln? Das Kriegszittern unserer Generation!

Unser politisches Personal erscheint mir als komplett unfähig, im Krisenmodus zu arbeiten. Diese ganze Bande von Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen denken doch nur im 2-Wochen-Turnus nach Umfragewerten. Die lockern wider jede Vernunft, im Zweifel nur, weil Sachsen-Ronny sonst heulend mit der Reichskriegsflagge wedelt.  

Im Superwahljahr 2021 wird unter Garantie solange rumgewurstelt, bis die Wahlen durch sind. Und dann?

Tja. Mir fehlt die Antwort.

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Thomas

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